Coronamaßnahmen: Es ist für uns alle Neuland…

Heute wird es etwas nachdenklicher als sonst und Meinungsschwanger – aber dafür ist der Newsletter ja auch da. Wir leben in einer eigenartigen Zeit und dies gerade als Arzt. Wir wollen Euch natürlich ebenfalls so gut es geht mit Infos zum Thema Corona versorgen, aber gleichzeitig auch nicht auf den Medienhype-Zug aufspringen. Wer hätte noch vor 2 Monaten gedacht, dass Virologen Ihren Diskurs in der Bild ausfechten und halbfertige Ergebnisse bereits der breiten Öffentlichkeit erklären müssen, um ihre Einschätzung ein paar Tage später wieder zu revidieren. Wer hätte es für möglich gehalten, dass wir alle jeden Morgen auf eine Statistik starren, die wohl nur grob und holzschnittartig das tatsächliche Ausmaß der Erkrankung dokumentieren kann.

Die gefühlte Wahrheit – Statistik und Psychologie

Es gibt nur wenige Ärzte, die Medizin wegen der Statistik gewählt haben. Datenanalyse ist aber das, was uns hilft ein Problem einzuordnen und auch gegenüber Patienten das richtige Maß in der Behandlung zu finden. In 2% der Fälle tritt Nebenwirkung xy auf? Das scheint bei der Wirkung vertretbar. 

Die Fallzahlen müßten nach dem Gesetz der großen Zahl in allen Ländern konvergieren – das tun sie nur bedingt. Während wir in einer guten Postion sind, haben unsere Nachbarn wesentlich größere Probleme. Geringe Testkapazitäten, gerade zu Anfang, verfälschen die Sicht auf das wahre Ausmaß und viel wichtiger schlecht ausgebaute Kapazitäten in Gebieten mit vielen Infizierten.

Es scheint, dass im Grunde eine Situation zu vermeiden ist: ein überfülltes Krankenhaus mit zu vielen Corona-Patienten. Im verlinkten Bericht eines Chefarztes aus Bergamo lässt sich das Problem gut nachvollziehen: Im Ansturm der Patienten wurden alle Ärzte des Krankenhauses  in  Schnellkursen auf Corona getrimmt und waren ab da „an der Front“. Fehlentscheidungen häuften sich, Probleme konnten nicht mehr gemeinsam besprochen werden und ohne Behandlungsschema waren vor allem die fachfremden Kollegen maßlos überfordert.  

Aber zurück zu den Datenquellen, die immer mehr Spielball der Politik sind und teilweise auch auf wilden Wegen zu Stande kommen. So wurde das Dashboard der Johns-Hopkins Universität durch die Initiative eines chinesischen Studenten um den Jahreswechsel ins Leben gerufen und bezog seine Daten für Deutschland bis vor kurzem noch über die niederländische Nachrichtenagentur, die diese wiederum von der Berliner Morgenpost bezog. Quellenprüfung und Transparenz über das Vorgehen in der Krise sind also wichtig, damit wir auch langfristig diese epidemiologischen Daten auswerten und nutzen können. Denn: dies ist unsere Chance uns für die Zukunft zu wappnen.

 

Sehr ans Herz wollen wir Euch den Report auf Statista legen, der alle seriösen Quellen vereint und einen guten Überblick gibt.  

2020-04-28T18:37:00+02:00

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