Ein seltenes Syndrom mit Pseudohalluzinationen bei Patienten mit hochgradiger Visusstörung

Beim Charles-Bonnet-Syndrom handelt es sich um ein seltenes Krankheitsbild, bei dem es überwiegend bei Patienten mit hochgradiger Visusstörung, z.B. im Rahmen einer Makula-Degeneration, zu optischen Pseudohalluzinationen kommt.

Diese sind klar von psychotischen Symptomen im Rahmen von psychiatrischen Erkrankungen abzugrenzen. Die Patienten können sich häufig von den Halluzinationen distanzieren und fühlen sich nur wenig in Ihrer Lebensqualität eingeschränkt. Der psychopathologische Befund ist dementsprechend häufig unauffällig.

Pathophysiologische Grundlage der Pseudohalluzinationen ist am ehesten die Deprivation der Sehrinde durch fehlende optische Reize, die zu einer Übererregbarkeit der entsprechenden Neurone führt.

Ein Therapieversuch mit Neuroleptika muss nur in sehr seltenen Fällen erwogen werden.

Charles Bonnet war der Erstbeschreiber dieses Syndroms, der die Pseudoshalluzinationen bei seinem Großvater beobachtet hatte.

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