Wann brauchen Patienten wirklich einen Blasenkatheter?

Katheterismus

Der Klinisch Relevant Podcast liefert Ärztinnen und Ärzten, sowie Angehörigen der Pflegeberufe kostenlose und unabhängige medizinische Fortbildungsinhalte, die Du jederzeit und überall anhören kannst und die für Dich von ärztlichen und pflegerischen Kollegen konzipiert werden.

Im heutigen Beitrag geht es um das Thema Katheterismus, insbesondere die Indikationen, Risikofaktoren, Alternativen und Verwendungshinweise.

Katheterassoziierte Harnwegsinfektionen

Bei nosokominalen Infektionen spielt die Nutzung transurethraler Katheter eine wichtige Rolle. Um diese zu Vermeiden muss unbedingt eine gezielte und medizinisch in jedem Einzelfall zu begründende Indikationsstellung erfolgen, welche auch die Berücksichtigung alternativer Möglichkeiten, wie der intermittierenden Selbst- oder Fremdkatheterisierung, sowie die Begrenzung der Liegedauer beeinhaltet. Die Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) stellt ihre Empfehlungen gesammelt in der Publikation: Prävention und Kontrolle Katheter-assoziierter Harnwegsinfektionen dar.

Indikationen zur Anlage eines transurethralen Katheters

  • Begründete Anwendungen eines Katheters
  • akuter Harnverhalt
  • Notwendigkeit der Bilanzierung bei schwer kranken Patienten
  • Kurzfristiger Einsatz im Zusammenhang mit bestimmten operativen Eingriffen
  • Patienten mit urologischen Operationen
  • Förderung der Wundheilung im Bereich des äußeren Genitale bei Harninkontinenz
  • Verbesserung der Lebensqualität bei im Sterben liegenden Patienten / auf Wunsch in der Palliativmedizin

Unnötige Anwendungen eines Katheters

  • die Verordnung in Pflegeeinrichtungen nur aufgrund einer Harninkontinenz des Patienten
  • unnötige Verlängerung der Katheterliegedauer, z.B. bei Patienten nach chirurgischen Eingriffen oder nach Abschluss der intensivmedizinischen Überwachung/Bilanzierung
  • Harndrainage

Deutsche Gesellschaft für Urologie

Neurogene Dysfunktion des unteren Harntraktes

Der Intermittierende Katheterismus stellt seit den 60iger Jahren die Methode der Wahl zur Blasenentleerung bei neurogener Dysfunktion des unteren Harntraktes dar. Es gilt festzuhalten, dass der aseptische Katheterismus auch in der Langzeitanwendung eine komplikationsarme Methode zur druck- und restharnfreien Entleerung der Harnblase für Betroffene darstellt. Die Deutsche Gesellschaft für Urologie und die Deutschsprachige Medizinische Gesellschaft für Paraplegiologie publizieren ihre Empfehlungen in der Leitlinie Management und Durchführung des Intermittierenden Katheterismus (IK) bei neurogener Dysfunktion des unteren Harntraktes. (www.awmf.de)

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