Mathias Veit, Facharzt für Neurologie, betreut viele Patienten in einer MS-Ambulanz in Unna und teilt in diesem Interview eine Reihe von grundlegenden Informationen über diese häufige Autoimmunerkrankung. Besonderen Fokus legen wir dabei auf die therapeutischen Möglichkeiten, da sich in diesem Bereich in den letzten Jahren sehr viel getan hat und die Entscheidung für ein Präparat durchaus nicht trivial sein kann.

Viel Spaß beim Hören und Lernen!

Hier eine kurze Zusammenfassung des Beitrages:

Multiple Sklerose:

Autoimmunerkrankung unbekannter Genese.

Aktuell: Erforschung des intestinalen Mikrobioms im Zusammenhang mit der MS.

„Vitamin D-Theorie“ konnte nicht abschließend bestätigt werden, allerdings führt Vitamin D – Supplementation zu weniger „MRT-Aktivität“.

Vermutlich Kombination genetische Faktoren und Umweltfaktoren.

Therapeutische Entscheidung:

„hoch-aktive MS“ vs. „moderate MS“.

Moderate MS -> Basistherapie, z.B. Interferone, Glatirameracetat, orale Formen. Vorteile: hohes Sicherheitsprofil durch lange klinische Praxis.

Hoch-Aktive MS -> Natalizumab, Fingolimod, Alemtuzumab.

Ocrelizumab -> zugelassen bei primär progredienter MS und sekundär-progredient mit aufgesetzten Schüben.

Symptomatische Therapie:

Fatigue: Hauptgrund für Berentung

  • Keine zugelassenen Medikamente
  • Regelmäßige körperliche Aktivität, kalte Dusche, etc.
  • Amantadin, Modafinil über kurze Zeit

Abgrenzung zu Depression

Neurogene Blasenentleerungsstörung / sexuelle Funktionsstörung

Kognitive Störungen

Literaturempfehlungen:

App und Buch: KKN (Krankheitsbezogenes Kompetenznetz) MS, pharmaunabhängig, für jeden Ausbildungsstand, Handlungsempfehlungen

Leitlinie: gerade überarbeitet, 3 Stufen (Basistherapie, mittlere Stufe, Eskalationsstufe)

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