Was können Digitalisierung und evidenzbasierte Medizin verändern?

Was kann die Digitalisierung beitragen?

Dr. Johanna Ludwig ist unsere Komplizin im Kampf für eine bessere medizinische Fortbildung. So wie wir, ist sie nicht zufrieden, wie in Deutschland das Thema Fort- und Weiterbildung angegangen wird. Zusätzlich bringt Johanna eine interessante Perspektive als Studentin an der Oxford Universität mit. Ihre internationalen Kommilitonen können teilweise auf innovative Fortbildungsprogramme zugreifen.

Menschlichkeit und Offenheit sind entscheidend

Das Medizinstudium in Deutschland ist immer noch ein sehr einsames mit starkem Fokus auf Auswendiglernen, wo hingegen der Arbeitsalltag stark von Teamwork geprägt ist. Noch heute führen alte Hierarchien und der “Befehl von oben” zu einem sehr dysfunktionalen System, welches häufig über die eigenen Ansprüche stolpert und zu wenig in Mitarbeiter investiert. Von Mitarbeitern wird dann schlicht erwartet Vorgaben einfach umzusetzen. Darüber hinaus ist der hohe bürokratische Aufwand im Alltag eine Hürde, die den Job unattraktiv gestaltet und den Fokus weg vom Patienten rückt.

Change Management und Digitalisierung als Erfolgsfaktoren für die medizinische Fort- und Weiterbildung

Im Krankenhaus- und Praxisalltag ist diese Themen nur teilweise angekommen: Change Management und Digitalisierung.

Während unter Change Management eine Managementtheorie zu verstehen ist, die darauf abzielt Veränderungsprozesse in Firmen positiv zu gestalten, ist das Wort Digitalisierung ein fest verankerter Begriff, ohne weitere Anwendung in der Medizin. Johanna beschreibt welche Möglichkeiten auch durch das neue, aber in der Ärzteschaft weitestgehend unbekannte, Digitalisierungsgesetz, auf dessen Grundlage bürokratische Vorgänge können so vereinfacht werden können, dass die Arbeit mit den Patienten wieder in den Mittelpunkt rücken kann. Allerdings ist es wichtig, dass es Leitlinien und Evidenz gibt, um den Nutzen der Produkte zu bewerten.

In unserem Podcast-Interview teilt Johanna auch die sehr interessanten Ergebnisse Ihrer Master-Arbeit mit Dir: Aus Ihrer Umfrage, an der knapp 250 ärztliche Kollegen teilgenommen haben, geht hervor, wo die neuralgischen Punkte liegen: Viele Kollegen verbringen zu viel Zeit mit Bürokratie und viel zu wenig Zeit mit Ihren Patienten. Zudem wird regelmäßig nur wenig Zeit für strukturierte Fortbildungsmaßnahmen zur Verfügung.

Spielerische Fortbildung – das soll’s geben

Johanna ist recht umtriebig und hat gemeinsam mit einem Kollegen ein Fortbildungsspiel erstellt. Das Spiel “Asystole” funktioniert im Grunde wie ein bekanntes Gesellschaftsspiel, bei dem man einen Begriff beschreiben soll, ohne bestimmte Worte zu benutzen: Fachbegriffe sollen ohne Fachbegriffe erklärt werden. Ein kurzweiliges Spiel mit wichtigem Lernziel: Patienten mit einfachen Worten das weitere Vorgehen zu erklären. Für viele Kollegen ein schwieriges Unterfangen. Voraussichtlich wird das Spiel im September diesen Jahres auf den Markt kommen.

Infos hierzu findet Ihr unter www.keinediagnosedurchhemdundhose.de