Totale Endoprothesen im Knie – wann und wie entscheide ich hier einzugreifen?

Die Entscheidung eine Knieprothese zu implantieren ist nicht immer einfach. Kniearthrose ist schmerzhaft, aber auch mit konservativen Methoden behandelbar. Wann ist also der richtige Zeitpunkt für einen Eingriff? Inzwischen neigen viele Patienten und auch Operateure dazu diese Operation früher als notwendig durchzuführen, obwohl die langfristigen Knieschmerzen durch die Prothese nicht immer geringer sind. Starke Schmerzen, hoher Leidensdruck und eingeschränkte Lebensqualität bei einem zu den Beschwerden passenden Röntgen-Bild stellen also die Kriterien für die Implantation einer Knie-TEP dar. In unserem ersten Interview mit einem chirurgischen Kollegen bei Klinisch Relevant sprechen wir mit Mustafa Citak, Facharzt für Orthopädie in der Endoklinik Hamburg, über totale Knie-Endoprothesen.

Knieschmerzen allein sind nicht ausreichend für eine Indikation

Gemeinhin werden Knieprothesen in der heutigen Zeit schnell implantiert. Dies muss nicht immer eine gute Entscheidung sein, da auch nach der Operation mit Schmerzen zu rechnen ist. Sind diese dann allerdings schwerwiegender als vorher, sind Patienten unzufrieden und die Lebensqualität leidet. Für die Indikation einer Knie-TEP sollte also mindestens eine traumatische oder nicht-traumatische, fortgeschrittene Arthrose des Kniegelenks beim Patienten festgestellt werden. Neben dem radiologischen Befund der Arthrose können auch nächtliche Schmerzen und die Notwendigkeit der dauerhaften Einnahme von Schmerzmitteln eine 

Konservative Behandlung ist erstes Mittel der Wahl

Zunächst sollte der Therapeut konservative Maßnahmen in erster Linie vorschlagen. Hierbei sollten zunächst Physiotherapie, Akupunktur, Stoßwellen-Therapie, Hyaluron-Säure-Infiltration und die konservative Schmerztherapie ausgeschöpft werden. Wichtig ist, dass der Leidensdruck des Patienten objektivierbar wird, um so die richtigen Schlüsse für die Weiterbehandlung zu ziehen. Erst dann ist es sinnvoll eine Knieprothese vorzuschlagen.

Das Einsetzen der totalen Endoprothese im Knie

Die Operation sollte von einem routinierten Operateur durchgeführt werden. So ergibt sich eine geringere Wahrscheinlichkeit einer Komplikation. Komplikationen können sein: Instabilität und Prothesen-Infekte. Der häufigste Eingriff ist der bikondyläre Oberflächenersatz zum Austausch der zerstörten Gelenkgleitflächen. Grundsätzlich sind 3 Typen von Knieprothesen zu unterteilen:

  • Schlittenprothesen
  • Rotationsprothesen,
  • Scharniergelenks-Endoprothese

Viel Spaß beim Hören und Lernen!