Umgang mit Konflikten

Wie Du Konflikte richtig führst und zu einem guten Ende bringst

Der Klinisch Relevant Podcast liefert Ärztinnen und Ärzten sowie Angehörigen der Pflegeberufe
kostenlose und unabhängige medizinische Fortbildungsinhalte, die Du jederzeit und überall anhören kannst und die für Dich von ärztlichen und pflegerischen Kollegen konzipiert werden.

Im heutigen Beitrag geht es um den Umgang mit Konflikten und darüber, wo sie im Gesundheitswesen auftreten,
wie man sie analysieren kann und welche Techniken und Handlungsoptionen zur Verfügung stehen.
Persönlichkeitstest: Die „Big Five“-Persönlichkeitsfaktoren zur Reflexion des eigenen Verhaltens im Kontext von Konflikten.
Häufig fragen wir uns im Anschluss an einen Konflikt, warum dieser uns so mitgenommen hat, warum wir so emotional reagiert haben oder warum wir vielelicht so rücksichtlos vorgegangen sind. Dies kann durchaus situative Ursachen haben, aber auch mit unserer Persönlichkeitsstruktur zusammenhängen.

Die so genannten „Big Five“-Persönlichkeitsfaktoren wurden von verschiedenen unabhängigen
Forschergruppen über mehrere Jahrzehnte hinweg entwickelt und sie gelten heute als das am besten wissenschaftlich validierte und zuverlässigste Modell zur Beschreibung bzw. „Messung“ von Persönlichkeitsstrukturen. Cave: Natürlich treffen Typologien nie 100%ig zu und vereinfachen die
Realität, um sie greifbar und schnell verstehbar zu machen. Nichtsdestotrotz können ein Test und die
entsprechende Auswertung viele hilfreiche Hinweise auf das eigene Verhalten in Konflikten geben.

Link:
https://www.123test.com/de/Pers%C3%B6nlichkeitstest/

Konflikteskalation: Die 9 Stufen nach Friedrich Glasl

Konflikte zu analysieren, von denen man selber betroffen ist, ist nicht immer einfach, da vieles
emotional aufgeladen ist oder auch einfach die Begrifflichkeiten fehlen, um bestimmte Umstände zu
beschreiben. Ist ein Konflikt jetzt schon dramatisch oder übertreibe ich in meiner Interpretation der Wahrnehmung?
Die Konflikteskalationsskala von Friedrich Glasl ist eines der meistgenutzten
Instrumente im Bereich Konfliktmanagement. Es führt klare Begrifflichkeiten und eine übersichtliche
Struktur zusammen und gibt darüber hinaus mit den Kategorien „Win-Win“, „Win-Lose“ und „Lose-Lose“ erste Handlungsempfehlungen an die Hand, ob ein Konflikt noch zu klären ist, wen man dafür als Schiedsrichter braucht oder ob ggf. eine Exit-Option in Betracht gezogen werden sollte.

Erklärvideo unter:
https://www.youtube.com/watch?v=PI1xiMW6etk

Das Eisbergmodell – Die unterschätzte Macht der nicht-sichtbaren Kommunikationsanteile
Vom Eisbergmodell haben viele schon in unterschiedlichen Kontexten gehört. Das ursprünglich auf Freud zurückgehende Modell macht auf gut verständliche Weise klar, welchen Einfluss Emotionen und
Werthaltungen auf unsere Kommunikation haben und wie sie die ausgetauschten Sachinhalte oder Fakten beeinflussen. Gerade längere Konflikte werden vielleicht oberflächlich über Argumente ausgetragen, finden aber letztlich zum Großteil auf der Beziehungs- und Gefühlsebene statt. Dass sie sich dort verankern, aber bei Klärungsgesprächen oft nicht entsprechend adressiert werden, macht sie so gefährlich und führt häufig zu gefühlsbetonten Kommunikationsschleifen, die den Konflikt weiter eskalieren lassen.

Erklärvideo unter:
https://www.youtube.com/watch?v=8UVSY20zXv0